2013.9013.7

Wald-und Klimaschutz Panay

Auftraggeber
Bundesmin. f.Umwelt,Klimaschutz,Naturschutz u. nukleare Sicherheit
Land
Dauer
–
Partner
Department of Environment and Natural Resources (DENR)

Ausgangssituation

Der Naturwald des zentralen Bergkamms auf der philippinischen Insel Panay stellt den wichtigsten Kohlenstoffspeicher der Region dar. Er ist das Wassereinzugsgebiet für die meisten Flüsse in Panay und ein Refugium für bedrohte Arten, die nur auf Panay vorkommen und vom Aussterben bedroht sind. Dazu zählen der Dulungan-Hornvogel und eine Rafflesia-Pflanzenart.

Dem Erhalt dieses Waldes kommt daher große Bedeutung zu. Gleichzeitig lastet auf ihm ein starker Nutzungsdruck. Brandrodung, unkontrollierter Holzeinschlag und Wilderei gefährden das gesamte Ökosystem. Unangepasste Landwirtschaft in den Steillagen sowie ungenutzte Biomasse tragen zu vermeidbaren Treibhausgasemissionen bei. Klimaschädliche Treibhausgase werden freigesetzt. Der Bergkamm wird entwaldet und erodiert. Dies führt zu schwankenden Wasserständen. Die Reisbewässerung und Trinkwasserversorgung in den Tieflagen wird gefährdet.

Ziel

Die global bedeutende Biodiversität des letzten großen Waldblocks der Central Panay Mountain Range ist geschützt. Die natürlichen Ressourcen in den Randgebieten werden durch die Anrainergemeinden nachhaltig und klimafreundlich bewirtschaftet.

Vorgehensweise

Die zweite Phase des Projekts zielt darauf ab Ergebnisse und Erfahrungen in den Bereichen Naturschutz, Schutz von ‚Critical Habitats‘, forstliche Landnutzungsplanung, Aufforstung und nachhaltige Waldwirtschaft in den Randzonen auszuweiten und umzusetzen. Zusätzlich wird an der Entwicklung alternativer, aus Biomasse (landwirtschaftliche Reststoffe und Plantagenholz) gewonnener Energiequellen gearbeitet. Dies soll Einkommen für die Anrainergemeinden schaffen und zugleich Treibhausgasemissionen reduzieren.

• Partizipativ forstliche Landnutzungspläne werden erstellt und in die umfassende Landnutzungsplanung integriert. Dabei werden Rechte und Interessen indigener Gruppen respektiert und 'Critical Habitats’ für bedrohte Arten ausgewiesen.

• Munizipien, Nutzergruppen und Haushalte werden dabei unterstützt, Komanagement- und Landrechtsinstrumente zu erhalten, Gemeindewald zu etablieren und Bewirtschaftungspläne für Schutz- und Nutzwald zu erarbeiten und umzusetzen.

• Agroforstflächen werden ausgeweitet, indem Finanzierungs-, Schutz- und Rehabilitierungsverträge abgeschlossen werden und Wald in den Randzonen aufgeforstet wird.

• Biomasse wird als erneuerbare Energiequelle unter Beachtung ökologischer, wirtschaftlicher und sozialer Nachhaltigkeit genutzt.

• Wissen und Informationen zu Wald-, Klima- und Biodiversitätsschutz werden bereitgestellt. Der Informationsaustausch zu diesen Themen zwischen Akteuren auf dezentraler, nationaler, regionaler und internationaler Ebene wird gefördert.

Zur wechselseitigen Verstärkung der Wirkungen arbeitet das Vorhaben eng zusammen mit der EnRD-Komponente „Kommunale Waldwirtschaft", dem Kooperationsvorhaben „Community Based Forest and Mangrove Management Project Panay and Negros" sowie dem Vorhaben „Klimarelevante Modernisierung der nationalen Forstpolitik und Pilotierung von REDD-Maßnahmen". Alle Vorhaben haben sich auf eine gemeinsame Vorgehensweise geeinigt, mit identischen Methoden, Standards und Kriterien. Am Vorhaben ist das Consultingunternehmen DFS Deutsche Forstservice GmbH beteiligt.

Wirkung

Zwischen 2010 und 2014 wurden innovative Grundlagen zur Erhaltung des Central Panay Mountain Range erarbeitet. Bisher wurden 9 forstliche Flächennutzungspläne fertiggestellt. 18 Partnergemeinden haben spezielle Umweltbüros eingerichtet und 9 haben dörfliche Waldwächter mobilisiert. 5 Gemeinden wiesen bereits im Flächennutzungsplan verankerte Habitate-Schutzgebiete aus.

Durch verbesserten Waldschutz trug das Vorhaben dazu bei, die CO2-Freisetzung durch Entwaldung um jährlich 16.800 Tonnen zu reduzieren. Dazu kommt noch eine CO2-Fixierung durch Aufforstungsmaßnahmen von insgesamt 11.650 Tonnen jährlich.

In den Pufferzonen begründeten Partnergemeinden und lokale Haushalte insgesamt 1.060 Hektar artenreiche Mischwälder und 890 Hektar Agroforstflächen. Im Rahmen einer Entwicklungspartnerschaft mit der Wirtschaft arbeitet das Vorhaben im Kaffee-, Kakao- und Abaca-Sektor mit privaten Unternehmen zusammen. Das Potenzial von Bioenergie zur Substitution von fossilen Brennstoffen für eine Projektprovinz wurde analysiert.

 
Informationen

CRS-Schlüssel
41030

Entwicklungspolitische Kennungen

Hauptziel:

  • Biodiversitätskonvention

Signifikante Nebenziele:

  • Anpassung an den Klimawandel
  • Klimawandel, Minderung von Treibhausgasen

Zuständige Organisationseinheit
2A00 Asien I

Auftragsvolumen (aktuelles Projekt)
3.936.194 €

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