2014.4108.8

Wirtschaftsförderung und ländliche Entwicklung in benachteiligten Gebieten

Auftraggeber
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit u. Entwicklung
Land
Dauer
–
Partner
Ministerium für wirtschaftliche Inklusion, kleine Betriebe, Arbeit und Ausbildung

Ausgangssituation

In Marokko konzentriert sich das Wirtschaftswachstum bislang hauptsächlich auf Wirtschaftszentren. So sind einige Provinzen wegen der großen Entfernung zu diesen Zentren und wegen der begrenzten lokalen Absatzmärkte vom wirtschaftlichen Aufschwung abgehängt. Eine lokale Weiterverarbeitung und eine bessere Vermarktung von landwirtschaftlichen und handwerklichen Produkten beispielsweise bie-ten erhebliches Potenzial, die Wirtschaft in diesen Gebieten zu entwickeln und das Einkommen zu stei-gern. Gleiches gilt für eine Verbesserung von Dienstleistungen. Doch ein Großteil der Kleinst-, Klein- und Mittleren Unternehmen (KKMU) in den ländlichen Provinzen ist kaum wettbewerbsfähig. Demzufol-ge bleibt dieses Potenzial für Einkommen- und Arbeitsplatzschaffung ungenutzt.

Ziel

Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von KKMU in ausgewählten Provinzen ist gestiegen. Die Ein-kommen und die Beschäftigungssituation haben sich verbessert.

Vorgehensweise

Das Vorhaben ist Teil der Sonderinitiative „Stabilisierung und Entwicklung in Nordafrika und Nahost" (SI-MENA). Es trägt zum wirtschaftlichen und beschäftigungswirksamen Wachstum bei.

Dafür setzt das Projekt in acht entlegenen Provinzen (Midelt, Ouarzazate, Tata, Tinghir, Zagora, Errach-idia, Azilal und Al Haouz) Maßnahmen für eine lokale Wirtschaftsförderung um. Das Vorhaben plant bis zum Ende seiner Laufzeit im Jahr 2022, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von rund 9.450 Unter-nehmen zu verbessern. So sollen sie zum Beispiel ihren Umsatz steigern, neue Märkte erschließen oder neue Produkte entwickeln. Lokale KKMU erhalten Unterstützung, vorhandene wirtschaftliche Potenziale besser zu erkennen und zu nutzen.

Gemeinsam mit seinen Partnern baut das Vorhaben in den Provinzen sogenannte Wirtschaftsförderbei-räte auf. Diese Multistakeholder-Plattformen fördern den Austausch zwischen Vertreterinnen und Ver-tretern staatlicher und privatwirtschaftlicher Akteure sowie der Zivilgesellschaft. Sie entwickeln gemein-sam koordinierte Strategien zur lokalen Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung. Zusätzlich unter-stützt das Vorhaben ausgewählte, potenzialreiche Wertschöpfungsketten. Durch Beratung, Trainings und Marketing-Veranstaltungen verbessert das Vorhaben die Qualität und vor allem die Vermarktung der Produkte in den Wertschöpfungsketten. Dabei handelt es sich beispielsweise um die Verbesse-rung der Leistungsfähigkeit und des Marktzugangs sowie die Steigerung der Rentabilität in den Wert-schöpfungsketten Datteln, Teppiche und Rosenwasser. Auf diesem Weg können neue aussichtsreiche Märkte erschlossen werden.

In enger Zusammenarbeit mit dem marokkanischen Innenministerium bereitet das Vorhaben die Erwei-terung und den Ausbau seiner Ansätze vor. Das Projekt bereitet Erfahrungen und Best Practices in Form einer digitalen Toolbox auf. Dies wird die Anwendung der Projektansätze in weiteren Regionen und Provinzen ermöglichen.

Die Consultingfirmen AFC Consulting Group und Como Consult unterstützen die Umsetzung des Vor-habens.

Wirkungen

- Das Projekt hat bisher bereits die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von 4.380 Unternehmen verbessert.

- In 3.000 Unternehmen hat sich die Beschäftigungssituation verbessert. So sind die Einkom-men gestiegen, neue Arbeitsplätze sind entstanden oder Arbeitsbedingungen wurden verbes-sert.

 
Informationen

CRS-Schlüssel
25010

Entwicklungspolitische Kennungen

Hauptziel:

  • Handelsentwicklung

Signifikantes Nebenziel:

  • Gleichberechtigung der Geschlechter

Zuständige Organisationseinheit
3600 Nordafrika

Auftragsvolumen (aktuelles Projekt)
11.589.730 €

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