Ausgangssituation
Die Risiken des Klimawandels sind immens, vor allem für die, nach Definition der Vereinten Nationen, am wenigsten entwickelten Länder im frankofonen Gebiet Subsahara-Afrikas: Unter ohnehin meist schwierigen politischen Rahmenbedingungen ist es schwer, Entwicklungsziele zu erreichen. Naturereignisse, wie Dürren, Hitzewellen, Stürme und Überschwemmungen, nehmen zusätzlich zu. Den Staaten und der Politik fehlen die Strukturen, den Mitarbeitenden das Know-how, um Anpassungen an den Klimawandel zu realisieren.
Anlässlich der Klimakonferenz in Cancún vereinbarten die Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen 2010 den nationalen Anpassungsplan, NAP-Prozess. Er definiert die mittel- und langfristig notwendigen Anpassungen, um die Anfälligkeit der Staaten gegenüber dem Klimawandel zu verringern. Mit dem NAP-Prozess integrieren die Staaten die Anpassung an den Klimawandel in ihre nationale Entwicklungsplanung. Im Pariser Klimaabkommen von 2015 wurde die Bedeutung dieses Prozesses für die internationalen Bemühungen zur Anpassung an den Klimawandel hervorgehoben.
Der international angestoßene NAP-Prozess bietet die Chance, auf bedrohliche Klimarisiken angemessen zu reagieren – für fundierte und politisch stabil verankerte NAP-Prozesse fehlen in den am wenigsten entwickelten Ländern in Subsahara-Afrika jedoch Know-how sowie die notwendigen Organisations-, Beteiligungs- und Steuerungsstrukturen. Auch wissenschaftliche Unterstützung ist für die Erarbeitung der nationalen Anpassungspläne sehr wichtig, derzeit jedoch nur unzureichend vorhanden. Unter anderem dadurch fehlen umfassende Informationen über regionale Klimaveränderungen sowie Analysen, die Klimawirkungsketten, als Grundlage für den Anpassungsprozess, vollständig untersuchen. Der Zugang zu Wissen und Ressourcen ist für frankofone Länder schwierig, da die meisten wissenschaftlichen Informationen, Veranstaltungen, Dokumente und Trainingsangebote nur auf Englisch vorliegen.
Ziel
Wirkungsorientierte NAP-Prozesse können in den am wenigsten entwickelten Ländern im frankofonen Subsahara-Afrika zunehmend wissenschaftlich fundiert gestaltet werden.
Vorgehensweise
Das Projektteam arbeitet eng mit Mitarbeitenden und Verantwortlichen in Behörden und wissenschaftlichen Einrichtungen zusammen und organisiert Fort- und Weiterbildungen. Die Mitarbeitenden erlangen so das notwendige Know-how, um die Anpassungspläne an den Klimawandel wissenschaftlich fundiert mitzugestalten. Organisatorische und fachliche Beratung der nationalen Behörden unterstützt anschließend die möglichst reibungslose praktische Umsetzung des NAP-Prozesses. Um Anpassungspläne auszuarbeiten und politisch zu verankern, benötigen Behörden und politische Entscheidungsträger wissenschaftlich fundierte Klimainformationen. Das Projekt unterstützt dazu nationale Anbieter von Klimainformationen, beispielsweise meteorologische Institute.
Sind die wichtigsten Potenziale zur Anpassung an den Klimawandel ermittelt und im NAP-Prozess festgelegt, benötigen nationale und kommunale Verwaltungen Mittel für die Umsetzung. Das Projektteam unterstützt sie dabei, Finanzierungsquellen zu ermitteln und zu erschließen.
Nationale und regionale Verantwortliche für die Anpassung an den Klimawandel erweitern während ihrer Arbeit zunehmend ihr Wissen und sammeln praktische Erfahrungen. In den vom Projekt gegründeten nationalen und regionalen Austauschformaten für Praktiker können sie sich vernetzen und gemeinsame Aktivitäten planen. Auch Experten aus anderen frankofonen Ländern in Subsahara-Afrika werden einbezogen. Eine frankofone regionale Plattform ermöglicht es, Wissen, Erfahrungen und praktisch Erprobtes auszutauschen und in die internationale Klimadebatte einzubringen.
Das Projekt arbeitet in Benin und dem Senegal und wird zusammen mit dem gemeinnützigen Institut Climate Analytics durchgeführt. Das Institut konzentriert sich darauf, gemeinsam mit nationalen Anbietern von Klimainformationen, Berichte und Analysen auf der Grundlage vorhandener, angepasster Methoden zu erstellen. Themen sind „Folgen und Risiken des Klimawandels" sowie „Anpassung an den Klimawandel".