2008.2139.7

Energising Development (EnDev)

Auftraggeber
BMZ
Land
Dauer
–
Partner
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Ausgangssituation

Weltweit haben 1,3 Milliarden Menschen keinen Zugang zu Elektrizität. 2,7 Milliarden Menschen sind beim Kochen und Heizen auf Feuerholz, Holzkohle und Pflanzenreste angewiesen. Diese Energiearmut hat dramatische Folgen für die Lebensqualität, Umwelt, Gesundheit, Bildung sowie Einkommensmöglichkeiten der Betroffenen. Ohne Zugang zu nachhaltiger Energie können die Millenniumsentwicklungsziele nicht erreicht werden.

Die Energiepartnerschaft Energising Development (EnDev) hat sich zum Ziel gesetzt, den nachhaltigen Zugang zu modernen Energiedienstleistungen in Entwicklungsländern zu fördern. EnDev begann im 2005, gefördert von Deutschland und den Niederlanden. Nachdem das anfängliche Ziel – den Zugang für 3,1 Millionen Menschen bis 2009 zu unterstützen – mit insgesamt 5,1 Millionen erreichten Menschen weit übertroffen wurde, wurde das erfolgreiche Programm bis 2019 verlängert und neue Geber traten hinzu. Neben dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Generaldirektion für internationale Zusammenarbeit des niederländischen Außenministeriums (DGIS), beteiligen sich das norwegische Außenministerium (MFA), das australische Außen- und Handelsministerium (DFAT), das britische Ministerium für internationale Entwicklung (DFID) und die Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA).

Ziel

In den Partnerländern haben 15 Millionen Menschen bis 2019 nachhaltigen Zugang zu modernen Energiedienstleistungen erhalten.

Vorgehensweise

EnDev setzt auf den Aufbau von privatwirtschaftlichen Märkten zur Verbreitung von erneuerbaren Energien sowie effizienteren Technologien für Haushalte, öffentliche und soziale Einrichtungen und für Unternehmen. Derzeit wird EnDev in 24 Partnerländern in Asien, Lateinamerika und Afrika durchgeführt. Der Fokus liegt auf den am wenigsten entwickelten Ländern und Afrika.

Technische Lösungen, die von EnDev innerhalb der Ländermaßnahmen gefördert werden, umfassen Solarsysteme (Photovoltaik, PicoPV, Solarthermie), Netzverdichtung, Kleinwasserkraft, energieeffiziente Herde und Biogas. Dabei spielt die Nachhaltigkeit des Energiezugangs und der Wirkungen für EnDev eine zentrale Rolle.

Ein weiterer zentraler Faktor ist die Ergebnisorientierung und der Wettbewerbscharakter. Gefördert werden diejenigen Maßnahmen, die besonders effizient sind. Der Wettbewerb ermöglicht eine den Leistungen entsprechende Mittelverteilung. Diese Ergebnisorientierung ist kombiniert mit einem detaillierten und transparenten Monitoring, das im Rahmen von EnDev entwickelt wurde, um Energiezugang und resultierende Wirkungen zu messen.

Für die Umsetzung der Projekte in den Partnerländern arbeitet EnDev eng mit unterschiedlichen Nichtregierungsorganisationen zusammen. Unter anderem helfen die Implementierungspartner bei der Bewusstseinsbildung und Vermarktung von durch EnDev geförderter Technologien.

Wirkungen

Bis Juni 2014 haben 12,95 Millionen Menschen in Privathaushalten Zugang zu Elektrizität oder verbesserter Kochenergie erhalten. Zusätzlich verfügen durch EnDev nun 15.100 Einrichtungen der sozialen Infrastruktur sowie 28.500 kleine und mittelständische Unternehmen über einen nachhaltigen Zugang zu modernen Energiedienstleistungen. Darüber hinaus hat EnDev mehr als 32.000 Herdproduzenten, Handwerker und Händler ausgebildet. Heute generieren Herdproduzenten und Solarunternehmen mit von EnDev unterstützten Produkten monatliche Umsätze von insgesamt 6,4 Millionen Euro.

EnDev misst seinen Erfolg an den Wirkungen, die auf das Partnerschaftsprogramm zurückzuführen sind. Energie beeinflusst nahezu alle Aspekte der sozialen und ökonomischen Entwicklung: Ausbau der Wirtschaft, Bildung, Gleichberechtigung der Geschlechter, Gesundheit und die Umwelt. Seit 2005 hat EnDev etliche Wirkungsstudien in verschiedenen Länderprojekten durchgeführt. Einige der gemessenen Wirkungen sind:

- Freisetzung von Arbeitszeiten – zum Beispiel durch Reduzierung der Zeit zum Feuerholzsammeln oder durch zusätzliche Stunden mit elektrischem Licht – für produktive Aktivitäten wie Bildung, Ackerbau, einkommenserzeugende Tätigkeiten oder Hausarbeiten

- Verbesserte Lernbedingungen in Bildungseinrichtungen durch Elektrifizierung

- Erhöhung der Produktivität und Reduzierung der Arbeitsbelastung, zum Beispiel durch den Einsatz von Wasserpumpen, elektrischen Mühlen, Tiefkühlgeräten und Nähmaschinen

- Verminderung von Innenluftverschmutzung und Atemwegserkrankungen durch verbesserte Kochherde

- Verminderung von Unfällen mit Verbrennungen

- Verbesserung der medizinischen Versorgung durch Elektrifizierung von Krankenstationen

 
Informationen

CRS-Schlüssel
23210

Kombifinanzierung
  • Ministry of Foreign Affairs (NEDA/DGIS) - alt bis 31.12.2011 (75,54 Mio. €)
  • Irish Aid,Dep. of Foreign Affairs (alt) (1,73 Mio. €)
  • Royal Ministery of Foreign Affairs (Norway) - alt bis 31.12.2011 (148,40 Tsd. €)
  • Dep. for International Development (DFID)/ehem.ODA-alt 31.12.2011 (1,85 Mio. €)
  • AusAID - alt bis 31.12.2011 (15,86 Mio. €)
  • Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), bis 31.12.2011 (460,53 Tsd. €)
  • Ministry of Foreign Affairs (MFA/DGIS) Niederlande (ab 01.01.2012) (460 Tsd. €)
  • Europäische Union (EU) - alt, bis 31.12.2011 (4,17 Mio. €)
  • Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA/engl. SDC) (600 Tsd. €)
  • Norwegian Agency for Developement Cooperation (NORAD) (10,57 Mio. €)
Entwicklungspolitische Kennungen

Signifikante Nebenziele:

  • Gleichberechtigung der Geschlechter
  • Anpassung an den Klimawandel
  • Klimawandel, Minderung von Treibhausgasen

Zuständige Organisationseinheit
G300 Klima, Umwelt, Infrastruktur

Nachfolger-Projekt
2014.2275.7

Auftragsvolumen (aktuelles Projekt)
144.991.863 €

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