Ausgangsituation
Nach wie vor steht die internationale Gemeinschaft vor großen Herausforderungen: 700 Millionen Menschen leben in absoluter Armut und 200 Millionen Menschen haben keine Beschäftigung. Mit der Verabschiedung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und den nachhaltigen Entwicklungszielen strebt die internationale Gemeinschaft eine ökonomisch, sozial und ökologisch nachhaltige Entwicklung an, die Wohlstand fördert, Armut beseitigt, Ungleichheit verringert und die Umwelt erhält und schützt. Diese Ziele sind ohne ein privatwirtschaftliches Engagement und eine dynamische Wirtschaft nicht erreichbar. Viele Entwicklungs- und Schwellenländer benötigen Unterstützung im Bereich der Wirtschaftspolitik und Privatwirtschaftsförderung. Zwar leistet die deutsche und internationale Entwicklungszusammenarbeit hier bereits einen Beitrag, jedoch nicht in dem Umfang und in der Tiefe, die angesichts der wachsenden Herausforderungen erforderlich wären. Ansätze der Wirtschaftspolitik und Privatwirtschaftsförderung sind noch nicht ausreichend in Maßnahmen der deutschen und internationalen EZ zur Umsetzung der Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung verankert (Kernproblem).
Ziel
Das Ziel des Sektorvorhabens (SV) lautet: Ansätze der Wirtschaftspolitik und Privatwirtschaftsförderung sind in den Maßnahmen der deutschen und internationalen EZ zur Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verankert.
Vorgehensweise
Das SV ist überregional tätig. Die inhaltlichen Schwerpunkte liegen auf (a) grünem und inklusivem Wirtschaftswachstum, (b) wirtschaftlicher Entwicklung im Kontext von Flucht und Fragilität sowie (c) struktureller Transformation in Entwicklungsländern. Das SV gliedert sich in vier Handlungsfelder: (1) Das SV berät das BMZ fachlich dabei, Ansätze der Wirtschaftspolitik und Privatwirtschaftsförderung in nationale und internationale Politikprozesse (Agenda 2030, Pariser Klimaabkommen, G20, G7 und Afrikainitiativen) und in die Gestaltung des entwicklungspolitischen Portfolios zu verankern. (2) Das SV entwickelt angepasste Ansätze der Wirtschaftspolitik und Privatwirtschaftsförderung und pilotiert diese beispielhaft in der Arbeit der deutschen und internationalen EZ. (3) Das SV stärkt nationale und internationale Netzwerke zu Fragen der Wirtschaftspolitik und Privatwirtschaftsförderung und macht deren Beiträge für die Entwicklungspraxis nutzbar. (4) Das SV bereitet Erfahrungs- und Faktenwissen für verschiedene Nutzergruppen auf und ermöglicht über den Transfer die Anwendung und Verbreitung von erfolgreichen Ansätzen der Wirtschaftspolitik und Privatwirtschaftsförderung.
Wirkungen
Das Vorhaben zielt auf die Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, insbesondere der SDGs 1, 5, 8, 9, 10, 12 und 13 ab. Es hat vor allem Bezug zu SDG 8 „Dauerhaftes, inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern". Darüber hinaus leistet es Beiträge zu SDG 1 (Armutsbekämpfung), 9 (nachhaltige Industrialisierung, Innovation und Infrastruktur), 10 (Verringerung von Ungleichheit), 12 (nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster) und 13 (Bekämpfung des Klimawandels). Die entwicklungspolitischen Wirkungen des Vorhabens betreffen auch Geschlechtergerechtigkeit und (wirtschaftliche) Selbstbestimmung von Frauen und Mädchen, die Gegenstand von SDG 5 und Unterzielen in 11 weiteren SDGs sind.
Das Vorhaben hat eine Laufzeit von 2 Jahren und 2 Monaten (von 07/2017 bis 08/2019) mit Kosten des deutschen TZ-Beitrags von bis zu 6.271.000 EUR.