Ausgangssituation
Die Gründung der ASEAN-Wirtschaftsgemeinschaft (AEC) 2015 wird von großer Relevanz für die wirtschaftliche Entwicklung Laos‘ sein. Durch sie entsteht ein Binnenmarkt mit 600 Millionen Konsumenten. Für einen kleinen Binnenstaat wie Laos bietet die AEC, durch den besseren Zugang zu diesem regionalen Markt, ein großes Potenzial für wirtschaftliche Entwicklung. Indem aus der Region ein einziger Produktionsstandort wird, verbessern sich die Chancen, Teil der regionalen Wertschöpfungskette zu werden. Schon jetzt geht mehr als die Hälfte des laotischen Außenhandels in die anderen ASEAN-Mitgliedsstaaten.
Die Chancen durch die AEC gehen jedoch mit einigen Herausforderungen einher – sowohl für den öffentlichen als auch für den privaten Sektor –, die in der kurzen Zeit bis 2015 noch in Angriff genommen werden müssen. Die Regierung von Laos steht vor der Aufgabe, alle notwendigen Regulierungs- und Verfahrensänderungen umsetzen zu müssen, um die ASEAN-Vereinbarungen zu erfüllen. Dies erfordert nicht nur umfangreiche fachliche Kenntnisse, sondern auch die Abstimmung mit einer großen Anzahl staatlicher Akteure aus verschiedenen Sektoren und Behörden.
Währenddessen ist die Wirtschaft durch die zunehmende Liberalisierung einem wachsenden Wettbewerb aus den weiter entwickelten Volkswirtschaften der ASEAN-Staaten ausgesetzt. Im Moment exportiert Laos vor allem Energie und mineralische Rohstoffe, die beide lokal nur in begrenztem Maße Beschäftigungswirkung entfalten. Die große Mehrzahl der Unternehmen in Laos sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Die Förderung ihrer Entwicklung ist ein Hebel, um die Integration in die AEC breitenwirksamer und nachhaltiger zu gestalten.
Ziel
Die laotische Regierung hat den Integrationsprozess erfolgreich bewältigt und das Regulierungs- und Verfahrensumfeld für regionalen Handel und Entwicklung verbessert. Der Privatsektor in Laos kann die Potenziale einer AEC-Mitgliedschaft zu nutzen und ihre Risiken mindern.
Vorgehensweise
Gemeinsam mit wichtigen Stakeholdern des öffentlichen und privaten Sektors unterstützt das RELATED-Projekt Laos, damit es von den Chancen der AEC profitieren kann, während die damit verbundenen Risiken gemindert werden. Das Vorhaben adressiert insbesondere drei Bereiche: Unterstützung der Regierung bei der Bewältigung des Integrationsprozesses, Verbesserung des Regulierungs- und Verfahrensumfelds für regionalen Handel und Investitionen sowie Unterstützung des Privatsektors, um von der AEC zu profitieren.
Angesichts der Vielschichtigkeit sowie der großen Anzahl der beteiligten Stakeholder unterstützt das Vorhaben die Steuerung, Koordinierung, Kommunikation und das Monitoring des AEC-Integrationsprozesses. Das Vorhaben ist zudem darauf ausgerichtet, auf die AEC aufmerksam zu machen und die damit verbundenen Dialogprozesse zu intensivieren.
Um das Regulierungs- und Verfahrensumfeld zu verbessern, unterstützt das Projekt die laotischen Behörden dabei, die ASEAN-Vereinbarungen in den nationalen Rechtsrahmen zu integrieren sowie die veränderten Regeln und Bestimmungen anzuwenden. Anvisiert sind hierbei der grenzüberschreitende Handel mit Gütern und Dienstleistungen und die Erleichterung handelsbezogener Investitionen, insbesondere im Kontext der Sonderwirtschaftszonen. Darüber hinaus beinhaltet das Vorhaben einen finanziellen Beitrag zur Trade Development Facility II (TDF II). Der Gebertreuhandfonds ist so gestaltet, dass durch ihn die Umsetzung der wichtigsten handelsbezogenen Prioritäten unterstützt wird.
Schließlich unterstützt RELATED die laotische Wirtschaft, vornehmlich KMU, damit sie auf die Chancen und Risiken der regionalen Integration besser vorbereitet sind. Ziel ist es, die unternehmerische und fachliche Leistungsfähigkeit des Privatsektors zu stärken, um seine Wettbewerbsfähigkeit, die Qualität der Produkte und den Zugang zu den Märkten der anderen ASEAN-Mitgliedsstaaten zu verbessern.
Wirkung
Das Vorhaben baut auf den Ergebnissen und Erfahrungen der Vorgängerprogramme der laotisch-deutschen Entwicklungszusammenarbeit zur regionalen Wirtschaftsintegration und zur Privatsektorentwicklung auf.
Diese Vorhaben trugen dazu bei, das Bewusstsein für die Bedeutung der AEC und die notwendige Leistungsfähigkeit zur Bewältigung ihrer Folgen zu schärfen. Insgesamt nahmen 670 Vertreter aus dem öffentlichen und privaten Sektor an verschiedenen Trainingskursen im AEC-Kontext teil. Um die effektive Umsetzung eines gemeinsamen ASEAN-Marktes zu fördern, wurde die Regierung bei einer Bestandsaufnahme der als Mitglied der AEC unterzeichneten Verpflichtungen und bei der Kontrolle ihrer Umsetzung unterstützt.
Darüber hinaus leistete die GIZ Unterstützung bei der Identifizierung laotischer Produkte mit einem Exportpotenzial in andere ASEAN-Staaten und der Entwicklung ausgewählter Wertschöpfungsketten. Die Fähigkeiten der zuständigen Industrie- und Handelskammern und Wirtschaftsverbände, ihren Mitgliedern Dienstleistungen im Zusammenhang mit der AEC anzubieten, wurden verbessert. Die Zufriedenheit der Wirtschaft mit den Leistungen der Regierung ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen.