Ausgangssituation
Laut Koalitionspapier der Bundesregierung sollen 80 Prozent des voraussichtlichen Bruttostrombedarfs von 680-750 TWh im Jahr 2030 aus erneuerbaren Energien stammen. Gleichzeitig sollen auch schwer elektrisierbare Sektoren wie die Industrie dekarbonisiert werden. Im Koalitionsvertrag 2021-2025 hält die neue Bundesregierung an der Fortschreibung der Wasserstoffstrategie 2022 fest und bekennt sich zum Ziel eines schnellen Markthochlaufs von grünem Wasserstoff (H2) mit einer Elektrolysekapazität von rund 10 GW im Jahr 2030. Die Bundesregierung geht unter günstigen Bedingungen für den Markthochlauf bis
2030 von einem Wasserstoffbedarf von 90-110 TWh aus. Heute beträgt die bisher vor allem graue Wasserstoffproduktion 55-60 TWh. Da die einheimische Produktion von H2 und seinen Derivaten aufgrund der limitierten Verfügbarkeit erneuerbaren Stroms den Bedarf nicht decken kann, muss Deutschland verstärkt entsprechende Importstrukturen entwickeln. Besonders Entwicklungs- und Schwellenländer weisen ein großes Potenzial für die Herstellung von grünem H2 und Power-to-X (PtX)-Produkten auf.
Ziel
Im Sinne der NWS wird in der Umsetzung des SV Wasserstoffstrategie sichergestellt, dass lokale Märkte und eine Energiewende in den Partnerländern durch die Produktion von grünem Wasserstoff unterstützt werden. Der Export von H2 darf nicht zu Lasten der häufig noch unzureichenden Energieversorgung gehen oder Anreize für zusätzliche fossile Energiequellen vor Ort schaffen. Sowohl in Brasilien als auch Südafrika (und ggf. Namibia) sollen die inhaltlichen Schwerpunkte somit in der Förderung der lokalen Marktentwicklung sowie der Untersuchung von Finanzierungsmechanismen liegen. Das SV identifiziert die privatwirtschaftlichen Bedarfe und Opportunitäten zu Geschäftsmodellen, Wertschöpfungsketten und Finanzierungsmöglichkeiten zu grünem Wasserstoff und PtX in Zielländern bereitet diese systematisch auf und unterstützt deren Verbreitung. Systemische Grundlagen und Werkzeuge für Brasilien, Südafrika und ggf. Namibia werden entwickelt, um diese nach Bedarf auf weitere Partnerländer des BMZ anwenden zu können. Gleichzeitig wird das lokale Entwicklungspotenzial durch Analysen zu Faktoren und Wirkungen des Markthochlaufs auf sozio-ökologische Transformation der Wirtschaft in den Partnerländern untersucht. So können sich beispielsweise andere Vorhaben in Brasilien und Südafrika auf Methoden, entwickelte Werkzeuge oder Analysen und Studien des SV Wasserstoffstrategie stützen.
Vorgehensweise
Das SV Wasserstoffstrategie berät und begleitet das BMZ in der Förderung des Markthochlaufs von H2 und PtX in den ausgewählten Kooperationsländern Brasilien und Südafrika. Es werden Synergien mit laufenden anderen Initiativen der deutschen EZ, insbesondere der Unternehmensallianz Energie sowie den bilateralen Vorhaben in den Kooperationsländern identifiziert und genutzt. Privatwirtschaftliche Bedarfe und Opportunitäten zu Geschäftsmodellen, Wertschöpfungsketten und Finanzierungsmöglichkeiten zu grünem Wasserstoff und PtX in Zielländern werden gesammelt, systematisch aufbereitet und werden. Systemische Grundlagen und Werkzeuge für die ausgewählten Länder werden entwickelt, um diese nach Bedarf auf weitere Partnerländer des BMZ anwenden zu können. Gleichzeitig wird das lokale Entwicklungspotenzial durch
Analysen zu Faktoren und Wirkungen des Markthochlaufs auf sozio-ökologische Transformation der Wirtschaft in den Partnerländern untersucht. Die gewonnenen entwicklungspolitisch relevanten Erkenntnisse und Erfahrungen werden in die Überarbeitung der NWS einfließen.