Ausgangssituation:
In Tunesien erfolgt die Stromerzeugung größtenteils durch Erdgas, von dem mehr als die Hälfte importiert wird. Diese starke Abhängigkeit stellt eine erhebliche Herausforderung für die Energiesicherheit dar und belastet die öffentlichen Finanzen. Gleichzeitig verfügt das Land über ein großes Potenzial an erneuerbaren Energien. Ein großflächigerer Ausbau dessen könnte dazu beitragen, die Haushaltslast des Staates zu verringern sowie eine nachhaltige, lokal wertschöpfende wirtschaftliche Entwicklung zu fördern. Trotz bestehender ambitionierter Strategien für die Energiewende steht diese vor mehreren Hindernissen. Organisatorische, wirtschaftliche und institutionelle Hürden bremsen sowohl den Ausbau erneuerbarer Energien als auch die Entwicklung einer kohlenstoffarmen Wirtschaft. Der Ausbau strategischer, regulatorischer und technischer Kapazitäten, im öffentlichen wie im privaten Sektor, ist ein wesentlicher Hebel, um diese Transformation zu beschleunigen.
Ziel:
Die strategischen, regulatorischen und technischen Rahmenbedingungen werden verbessert, um die Umsetzung der Energiewende in Tunesien zu beschleunigen.
Vorgehensweise:
In Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Industrie, Bergbau und Energie (MIME) sowie der tunesischen Gesellschaft für Elektrizität und Gas (STEG) verfolgt das Projekt einen integrierten Ansatz auf Makro-, Meso- und Mikroebene:
Schaffung eines strategischen und regulatorischen Rahmens zur Beschleunigung der Energiewende; Stärkung der Kapazitäten der STEG im Netzmanagement, um die Integration erneuerbarer Energien zu ermöglichen; Entwicklung von Aus- und Weiterbildungsprogrammen, die den Anforderungen des sich wandelnden Arbeitsmarktes entsprechen – insbesondere bezüglich Berufsfeldern im Bereich erneuerbare Energien und CO₂-arme Technologien. Das Vorhaben legt zudem besonderen Wert auf die Entwicklung ländlicher Regionen, fördert die Digitalisierung und setzt sich für die Gleichstellung der Geschlechter im Energiesektor ein.